Befragung bestätigt Verbesserungsbedarf

Über 600 Aktive der Jugendarbeit haben sich im vergangenen Jahr an der neXTraum-Befragung beteiligt – deren Antworten geben interessante Einblicke in die Situation der Jugendarbeit in Niedersachsen und bestätigen an vielen Stellen die Einschätzungen des Landesjugendrings.
Mehr Geld für Maßnahmenförderung – und das unbürokratisch
„In deiner Stadt sollen 10.000 Euro zusätzlich für Jugendarbeit ausgegeben werden – wofür?“  Die Antwort auf diese Frage fiel den Teilnehmenden an der Umfrage nicht schwer: Insbesondere für die Förderung von Ferienfreizeiten (1.881 €), von Jugendgruppen (1.423 €) und von Bildungsmaßnahmen (1.360 €) ist nach Ansicht der Befragten mehr Geld notwendig. Außerdem sollten 1.399 € in die Jugendzentren und 893 € für Juleica-Dankeschön-Aktionen ausgegeben werden.
Zugleich wünschen sich die Jugendleiter-innen, dass diese Förderung unbürokratischer erfolgen sollte. Auf die Frage „Was für eine zusätzliche Unterstützung hättest du 
gerne für dein ehrenamtliches Engagement?“ wünschen sich 22% der Ehrenamtlichen eine unbürokratischere Förderung, ebenfalls 22% fordern eine höhere pro-Kopf-Förderung. Weitere 14% geben an, dass sie sich einen besseren Material-Verleih wünschen.
In Schulnoten ausgedrückt werden die Fördermöglichkeiten mit einer 3,2 und der bürokratische Aufwand für die Förderung mit einer 3,37 beurteilt.
Informationsfluss verbesserungswürdig
54% der Jugendleiter-innen bekommen Informationen über die Jugendarbeit von ihrem Verband, 32% benennen die Jugendpflege als Informationsquelle, die Zeitung, Flyer/Plakate und der Freundeskreis liegen mit jeweils 42% etwa gleich auf. Auffällig ist, dass die klassischen Informationskanäle (Jugendverbände/Jugendpflegen) vor allem die „Funktionäre“ erreichen,  von den „normalen“ Jugendleiter-inne-n ohne Vorstandsämter o.Ä. bekommen nur gut halb so viele Jugendleiter-innen Infos von den Trägern, sie sind stärker auf den Freundeskreis und auf Plakate/Flyer angewiesen.
Dürfen Jugendringe nicht mehr mitreden?
Die Vertreter-innen der kommunalen Jugendringe loben, dass Jugendpolitik wieder etwas mehr Stellenwert in der Kommunalpolitik habe (Note 3,2 im Vergleich zu 3,3 in 2008), gleichzeitig bemängeln sie aber, dass sie als Vertreter der Jugendarbeit weniger stark mitentscheiden oder mitberaten können – hier sank die Note von 3,4 auf 3,6.
Diese und die weiteren Ergebnisse werden in den kommenden Monaten ausführlich diskutiert und sind die Grundlage für konzeptionelle Überlegungen der Jugendverbände und Jugendringe, wie die Bedeutung einer eigenständigen Jugendpolitik auf der kommunalen Ebene gestärkt werden kann und wie die Lust auf Jugendpolitik bei Politiker-inne-n, Jugendleiter-inne-n und Multiplikator-inn-en erhöht werden kann.
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Einzelbefragungen:
  • Jugendleiter-in
  • Jugendring-Vorstandsmitglied
  • JHA-Mitglied
Gruppenbefragung:
  • Kreisverband, Ortsgruppe, Projekt
  • Jugendring